Erklärung
Anders als ein einfacher Chatbot, der auf eine Frage antwortet, verfolgt ein Agent ein Ziel: Er zerlegt es in Schritte, ruft Werkzeuge auf, wertet Ergebnisse aus und macht weiter. Dazu können das Schreiben und Versenden von Nachrichten, das Auslösen von Prozessen oder der Zugriff auf Dateien gehören. Der Grad der Selbstständigkeit variiert erheblich.
Aus Sicht der Sicherheit sind zwei Aspekte relevant. Erstens können Täter Agenten nutzen, um Abläufe zu automatisieren, etwa Recherche, Kontaktaufnahme und Gesprächsführung in großer Zahl. Zweitens stellt der Einsatz eigener Agenten im Unternehmen neue Fragen: Welche Rechte hat ein Agent, welche Aktionen führt er aus, und wie wird nachvollziehbar protokolliert, was er getan hat?
Typisches Beispiel (schematisch)
Ein Agent im Unternehmen darf E-Mails beantworten und Termine buchen. Wird er durch eine präparierte Nachricht zu einer unbeabsichtigten Aktion bewegt, entsteht ein Vorfall, dessen Ablauf sich nur rekonstruieren lässt, wenn Aktionen und Anweisungen protokolliert wurden.
Bedeutung für Forensik und Ermittlungen
Für die Untersuchung sind Identität, Berechtigungen und Protokolle des Agenten wichtig: Welches Konto wurde genutzt, welche Eingaben lagen vor, welche Aktionen wurden ausgeführt? Eine vollständige Nachvollziehbarkeit setzt voraus, dass die Protokollierung vorher eingerichtet wurde.
Erkennung und Prävention
Sinnvoll sind restriktive Berechtigungen, Freigabeschritte für kritische Aktionen, getrennte Konten für Agenten und eine nachvollziehbare Protokollierung. Siehe auch Logdateien.
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