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Glossar · Unternehmensbetrug

CEO-Fraud

Chef-Betrug

Beim CEO-Fraud, auch Fake-President-Fraud, geben sich Täter als Geschäftsführung oder Vorgesetzte aus und veranlassen Beschäftigte zu einer Zahlung oder Datenweitergabe. Der Betrug beruht auf Autorität, Vertraulichkeit und Zeitdruck.

Erklärung

Beim CEO-Fraud (auch: Chef-Betrug oder Fake-President-Fraud) richtet sich die Täuschung an Personen, die Zahlungen auslösen oder vorbereiten können, etwa in der Buchhaltung. Die Täter geben sich als Geschäftsführer oder andere Führungskraft aus und verlangen eine dringende, meist vertrauliche Überweisung, häufig mit dem Hinweis auf ein laufendes Projekt oder einen Unternehmenskauf. Die Anweisung soll nicht mit Dritten besprochen werden.

Der Begriff beschreibt die Täuschungsstrategie, nicht eine bestimmte Technik. Die Täter können eine ähnlich aussehende Absenderadresse nutzen, ein tatsächlich übernommenes Konto verwenden oder, mit zunehmender Verbreitung, per Telefon oder mit nachgeahmter Stimme (Voice Cloning) auftreten. Die Abgrenzung zum Business E-Mail Compromise ist fließend: BEC ist der weitere Begriff für den Missbrauch geschäftlicher E-Mail-Kommunikation.

Typisches Beispiel (schematisch)

Die Leiterin Finanzen erhält eine Nachricht, scheinbar von der Geschäftsführung, mit der Bitte um eine eilige Zahlung im Zusammenhang mit einer vertraulichen Transaktion. Auf Rückfragen wird gebeten, nur per Mail zu antworten, der Geschäftsführer sei auf Reisen und nicht erreichbar.

Bedeutung für Forensik und Ermittlungen

Zu klären sind die Herkunft der Nachricht (E-Mail-Header-Analyse), ob ein echtes Konto beteiligt war, wer die Zahlung freigegeben hat und wie der Zahlungsweg verlief. Wichtig ist die schnelle Sicherung der Kommunikation und der Protokolle sowie die zeitnahe Information der Bank. Rückrufe von Zahlungen sind abhängig von Zeit und Empfängerbank; eine Zusage lässt sich nicht geben.

Erkennung und Prävention

Wirksam sind klare Freigaberegeln (Vier-Augen-Prinzip), die Rückbestätigung über einen anderen, bekannten Kanal (Out-of-Band-Validierung) und die ausdrückliche Regel, dass keine Anweisung nur wegen Dringlichkeit oder Vertraulichkeit von den Prozessen ausgenommen ist.

Auch gesucht als Fake-President-Fraud, Fake President Fraud, Fake-President, CEO Fraud, Chef-Betrug, Chefmasche, Geschäftsführer-Betrug, Anweisungsbetrug

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