Erklärung
KYC fasst Verfahren zusammen, mit denen Anbieter, vor allem Banken, Zahlungsdienstleister und andere regulierte Unternehmen, ihre Kunden identifizieren und das Risiko einschätzen. Dazu gehören die Prüfung eines Ausweisdokuments, der Abgleich von Angaben und je nach Verfahren die Videoidentifizierung oder biometrische Prüfung. Die konkreten Anforderungen ergeben sich aus gesetzlichen Vorgaben, vor allem aus dem Geldwäscherecht, und unterscheiden sich je nach Branche.
KYC ist auch ein Angriffsziel. Mit gefälschten oder gestohlenen Dokumenten, Face Swapping und Deepfake-Techniken wird versucht, Identitätsprüfungen zu täuschen. Anbieter ergänzen deshalb Dokumentenprüfungen um Verfahren wie Liveness Detection und um Plausibilitätsprüfungen über mehrere Merkmale.
Typisches Beispiel (schematisch)
Ein Zahlungsdienstleister lässt Neukunden ein Ausweisdokument fotografieren und ein kurzes Selfie-Video aufnehmen. Werden Dokument und Gesicht zusammengeführt und stimmen Gerät und Verhalten mit bekannten Mustern nicht überein, kann ein Fall zur manuellen Prüfung ausgesteuert werden.
Bedeutung für Forensik und Ermittlungen
Nach einem Betrugsfall mit missbräuchlich eröffnetem Konto werden Daten der Identifizierung, Protokolle der Anmeldung und Geräteinformationen zu zentralen Spuren. Die Bewertung, ob eine Prüfung ausreichend war, ist eine rechtliche Frage und nicht Aufgabe einer technischen Analyse.
Erkennung und Prävention
Wirksam sind mehrstufige Prüfungen, aktuelle Verfahren zur Erkennung von Manipulationen und eine laufende Beobachtung der Konten nach der Eröffnung.
Auch gesucht als KYC, Kundenidentifizierung, Identifizierung, Legitimationsprüfung, Kundenidentifikation, Identitätsprüfung