Erklärung
Beim Romance Scam, auch Love Scam oder Liebesbetrug, geben sich Täter auf Dating-Plattformen, in sozialen Netzwerken oder Messengern als interessierte Partner aus. Sie bauen Vertrauen und emotionale Nähe auf und führen dann Notlagen ein: Krankheit, Reisekosten, Zollgebühren oder eine angeblich lohnende Geldanlage. Das Vorgehen beruht auf Emotionen und Zeit, nicht auf Technik, und trifft Menschen in allen Altersgruppen.
Mit generativer KI lassen sich Profilbilder, Texte und längere Dialoge leichter erzeugen. Auch Videoanrufe mit manipulierten Bildern sind denkbar. Verwandt sind Pig Butchering, bei dem die Beziehung auf Anlagebetrug zielt, und Sextortion.
Typisches Beispiel (schematisch)
Über mehrere Wochen entsteht ein täglicher Kontakt. Plötzlich folgt eine dringende Bitte um Geld für einen Krankenhausaufenthalt. Treffen sind aus wechselnden Gründen nicht möglich, Videoanrufe werden vermieden oder kommen nur kurz zustande.
Bedeutung für Forensik und Ermittlungen
Nachrichtenverläufe, Zahlungsbelege, Profile und Bilder sind wichtige Spuren. Sie sollten möglichst unverändert gesichert werden, bevor Profile gelöscht werden. Zahlungswege lassen sich in Teilen nachvollziehen (Asset Tracing); die Verfolgung der Täter, oft im Ausland, liegt bei den Strafverfolgungsbehörden.
Erkennung und Prävention
Warnzeichen sind rasche Liebesbekundungen, Ausweichen vor Treffen, Geldbitten und Druck zur Geheimhaltung. Wer betroffen ist, sollte keine weiteren Zahlungen leisten, Belege sichern und Anzeige bei der Polizei erwägen. Über das weitere Vorgehen beraten hierzu befugte Stellen.
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